Schule für CranioSacral Healing

ganzheitliches Lernen seit 1994

Über Innen und Außen (aus Newsletter 1/2026)



Etliche Craniosacral-Lehrerinnen und Lehrer sagen, dass die innere Gesundheit bzw. der Atem des Lebens im innersten Kern unseres Körpers und unseres Seins liegt.

Andere lehren wiederum, dass die innere Gesundheit bzw. der Atem des Lebens im Raum, in der Weite liegt und dort zu finden sei.

Wer hat denn nun Recht? – Beide. Und beides läuft letztlich auf das Gleiche hinaus.

Das ist erläuterungsbedürftig. Am einfachsten und klarsten ... weiterlesen ... lässt es sich wohl daran erklären, wie es ist, wenn wir unser Bewusstsein ganz nach innen, zu unserem Kern, zu unserer Essenz wenden bzw. wie es ist, wenn wir es in den weiten Raum ausdehnen.

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Wenn wir unser Bewusstsein ganz nach innen kehren, um uns mit unserem Kern, unserer Essenz verbinden, lassen wir einerseits vorübergehend die Außenwelt und ihre Verbindung zu ihr über unsere äußere Sinneswahrnehmungen los. Indem wir unsere körperliche Empfindungen und inneren Zustände einfach wahrnehmen, ohne Anhaftung an Angenehmes und Widerwille gegen Unangenehmes, lösen wir dadurch zugleich das Identifiziert-Sein mit ihnen. Meistens löst sich dabei bereits von selbst die Identifikation mit den damit verbundenen emotionalen und mentalen Mustern, mit Gefühlen bzw. Gedanken. Manchmal erfordern diese Aspekte jedoch ebenfalls die nicht-identifizierte Zuwendung durch unser Bewusstsein.

Schließlich wird es in uns still und wir erreichen einen Zustand von Stille und Frieden, eine Präsenz, die zugleich leer ist als auch tief erfüllt von Licht und von grundloser Freude. Wir können auch sagen, dass wir dann mit unserem Wesenskern, unserer wahren Natur verbunden sind. Oder, mit anderen Worten ausgedrückt, eben mit unserer inneren Gesundheit bzw. dem Atem des Lebens.


Da sich die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit ja im innersten Kern des Körpers befindet, passt dazu auch das Verständnis, dass der Atem des Lebens vor allem in der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit beheimatet ist. Außerdem ist der Liquor die reinste im Körper enthaltene Flüssigkeit und da Wasser ja ein perfekter Energie- und Informationsträger ist, eignet sie sich bestens dafür, Trägersubstanze für die innere Gesundheit, für den Atem des Lebens zu sein.

Aber der Atem des Lebens kann nicht ausschließlich an ein bestimmtes Gewebeelement gebunden sein und außerhalb davon überhaupt nicht existieren. Etwas derart Separates kann niemals die innere Gesundheit sein.

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Wenn wir den anderen Weg gehen und unser Bewusstsein in den Raum, in die große Weite ausdehnen, lassen wir ebenfalls unsere direkten Sinneswahrnehmungen und unsere Verhaftungen und Identifikationen mit unserer konkreten Außenwelt hinter uns. Auch die Identifikation mit körperlichen Empfindungen, inneren Zuständen, mit Emotionen und Gefühlen sowie unseren Gedanken lassen wir dabei los. Schließlich erreichen wir einen Zustand von ausgedehnter Stille, von namenloser Präsenz, die zugleich völlig leer ist als auch zutiefst erfüllt von grundloser Freude und von Licht.

Auch über diesen ganz anderen Weg kommen wir am Ende bei der Essenz, bei der ursprünglichen Natur des Seins an. Wir könnten auch sagen: Wir erfahren dann unsere innere Gesundheit oder den Atem des Lebens.

Wir können diese gelöste Präsenz zumindest ein gutes Stück weit auch dann erfahren, wenn wir uns mit der Ganzheit verbinden, indem wir unser Wahrnehmungsfeld nur in unser Energiefeld, oder in den äußeren Raum, in dem wir uns gerade befinden oder bis zum Horizont ausdehnen. Für Letzteres können sogar Sinneswahrnehmungen wie zum Beispiel Naturgeräusche oder ein weiter Ausblick hilfreich sein.

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Auch wenn sowohl der Weg nach Innen als auch die Ausdehnung des Bewusstseins in die Weite einen Zugang zur inneren Gesundheit ermöglichen, heißt das nicht, dass beide Wege stets genauso zugänglich oder sinnvoll sind. Besteht ein Mangel an Zentriertheit und Bei-sich-Sein, ist vor allem der zuerst beschriebene Weg nach innen erforderlich. Besteht jedoch in erster Linie ein Mangel an Gelöstheit, ist vor allem das Ausdehnen unseres Bewusstseins in die Weite angesagt und sinnvoll.


Haben wir einmal die Verbindung mit der Essenz, mit der inneren Gesundheit gefunden, können wir sie grundsätzlich auch überall zwischen ganz im innersten Kern und ganz in der Weite spüren.

Diejenigen, die propagieren, dass die innere Gesundheit bzw. der Atem des Lebens ganz im Innern ist, gehen nämlich genauso wie diejenigen, die der Ansicht sind, dass sie im weiten Raum liegt, davon aus, dass der Atem des Lebens etwas Überindividuelles und Universelles ist; etwas Absolutes, das jenseits der Gesetze von Raum und Zeit sowie der Gesetze von Ursache und Wirkung liegt – etwas, was schon immer da gewesen ist und immer da sein wird.

Und das ist seiner Natur nach eben allgegenwärtig und kann sowohl ganz im Innen als auch in der großen Weite gefunden und erfahren werden. Und wenn man es dort gefunden hat, eben auch überall dazwischen.

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